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Ein widerrufenes notarielles Testament kann nicht durch bloßes Unterzeichnen reaktiviert werden.

Die Erblasserin hatte im Jahr 2017 ein notarielles Testament errichtet, dieses aber 2018 mit handschriftlichem Testament widerrufen. Im Jahr 2019 unterzeichnete sie nochmals mit Datum vom 09.05.2019 die beglaubigte Abschrift des notariellen Testaments aus dem Jahr 2017; sie ging davon aus, dass dieses nunmehr wieder wirksam sei.

Das OLG München (Beschl. v. 26.01.2022, 31 WX 441/21) verneinte dies. Nachdem das notarielle Testament aus dem Jahr 2017 wirksam widerrufen wurde, hätte die Erblasserin ein neues Testament nach den für die Wirksamkeit von Testamenten geltenden Bestimmungen errichten müssen. Sie hätte also ein handgeschriebenes und unterzeichnetes Schriftstück verfassen oder ein neues notarielles Testament errichten müssen. Das bloße Unterschreiben eines widerrufenen notariellen Testaments genügt diesen Anforderungen nicht.

 

Diese Entscheidung zeigt, dass es unbedingt zu empfehlen ist, sich fachlichen Rat einzuholen. Dies gilt nicht nur in Bezug auf Formerfordernisse. Bei der Errichtung von Testamenten sollte auch die inhaltliche Ausgestaltung fachlich fundiert sein. 

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